DIE RAUNÄCHTE – Die 12 heiligen Nächte zwischen den Jahren

Die Berechung der Raunächte ergibt sich aus dem Unterschied zwischen Mondjahr und Sonnenjahr:
12 Mondmonate a 29,5 Tage = 354 + 11(12) = 365 (366) Tage
Die Terminisierung der Raunächte kennt mehrere Möglichjkeiten:
24.12./25.12. bis 5.1./6.1.
oder 21.12. – 6.1., Festtage ausgenommen
Man spricht auch von den 4 “fetten” Raunächten und meint damit den Thomastag am 21.12., die Hl. Nacht am 24.12., Silvester am 31.12. und den Dreikönigstag am 6.12., an diesen Tagen wird auf jeden Fall geräuchert!
Vielerlei Rituale ranken sich um die Raunächte, besonders den Träumen dieser Nächte wird große Bedeutung begemessen, deshalb kann man ein Traumtagebuch führen. Die Träumen bilden ab, was in den kommenden Monaten wichtig ist!
1. Nacht 24./25.12. = Orakel für den Jänner
2. Nacht 25./26.12. = Orakel/Vorschau für den Februar usw.
1. – 6. Tag stehen für das alte Jahr – loslassen, reinigen, abschließen
7.- 12. Tag stehen für das neue Jahr – visionieren, träumen, vorbereiten, wünschen
In den Raunächten feiern wir den Übergang vom alten zum neuen Jahr, es ist Zeit zum Loslassen und Danke sagen, aber auch Zeit zur Neuausrichtung und um gute Führung fürs Neue zu bieten. Am 21.12. in der Mutternacht haben wir die Geburt des Lichtes / des Lichtkindes in der längsten Nacht des Jahres gefeiert, am 24.12. wird die Wende der Sonne erstmals messbar!
Aus dem Schoss von Mutter Erde, der großen Göttin, der Jungfrau Maria wird das Lichtkind geboren.
Odins wilde Jagd beginnt, Perchta fährt mit Sturm und Wind durch die Bäume. Es gilt das Lichtkind zu beschützen und den Sieg über die Dunkelheit zu feiern, obwohl der richtige Winter erst beginnt.
Diese Zeit kennt eine Vielzahl an Verhaltensweisen, die oftmals eingehalten werden, ohne den Sinn dahinter zu verstehen.
* keine Wäsche waschen, früher ja harte Arbeit für die Frauen, in diesen Tagen war Ruhe angesagt
* keine Wäsche aufhängen, die Leintücher könnten zu Totentüchern werden
* alle Räder haben still zu stehen, insbesonders die Spinnräder. Die tradtionelle Frauenarbeit des Winters ruhte, einzig die Nornen, die nordischen Schicksalsgöttinnen spannen die Schicksalsfaden der Menschen
* Schulden mussten beglichen werden
* ausgeborgte Dinge werden zurück gegeben
* noch heute haben viele Betriebe eine Weihnachtssperre
Feinfühlige Menschen spüren die besondere Zeitqualität, wir träumen viel und intensiv, wir tun gut daran, eine Pause zu machen, inne zu halten, unsere innere Stimme zu hören, mit lieben Menschen zusammen zu sein. Deshalb gehen wir räuchernd mit Weihrauch und Beifuss, oder auch mit Pflanzen aus dem Kräuterbuschen durch das Haus, die Wohnung, das Anwesen, und bitten die spirituellen Kräfte um Unterstützung beim Übergang vom Alten zum Neuen.
Ich gehe nicht davon aus, dass wir räuchern müssen, um uns die alten Götter gewogen zu machen, sondern es ist vielmehr ein Ausdruck der Verbundenheit mit dem Alten Wissen, mit den Göttinnen und Göttern unserer alten Religionen!
Meine RÄUCHERMISCHUNG für die Raunächte besteht aus:
Waldweihrauch, Tannennadeln, Fichtennadeln, Misteln, Beifuß, Königskerze, Holunder, Alant, Salbei, Fliegenpilz! Meine Überlegungen dazu: Reinigende Kräuter, sowie Sonnenpflanzen und etwas Zauberpflanzen!
Kommt gut durch diese dunklen Tage und habt eine magische Zeit!