KRÄUTERBUSCHEN – KRÄUTERWEIHE

Der Kräuterbuschen wird traditionell am Vorabend des 15. August gebunden und dann zu Maria Himmelfahrt in der Kirche geweiht, besonders in den Alpentälern hat sich dieser Brauch erhalten. Es ist der Beginn des Frauendreißigers, der bis zum 15. September dauert.

Während dieser Zeit werden besonders heilkräftige Frauenkräuter gesammelt.

Der Kräuterbuschen soll uns vor Unglück und Krankheit schützen, teilweise schon allein durch seine Anwesenheit im Herrgottswinkel bzw. Hausaltar. Aber auch durch segnende Berührung und natürlich dadurch, dass man die Kräuter auch real verwendet: zum Räuchern in den Raunächten oder wenn Gewitter im Anzug ist, als Tee, für Bäder und Auszüge, oder zerrieben, als Arznei für Gebärende, bei Krankheit von Mensch und Tier. Die Zusammensetzung des Kräuterbuschens variiert regional, es können auch Getreide und Rosen darin sein, und auch die Anzahl der Kräuter ist unterschiedlich.

Es sind immer sogenannte magische/mystische Zahlen:

7 = Anzahl der Schöpfungstage

9 = 3×3 – die dreifache Göttin und die Dreifaltigkeit

12 = Anzahl der Apostel und der Monate

14 = Zahl der Nothelfer

24 = 2×12 – zwölf Stämme Israels aus dem Alten Testament und zwölf Apostel des Neuen Testaments

72 = 6×12 – sechsmal die Zahl der Jünger

99 = 33×3 – die Drei als Symbol der dreifachen Göttin und der Dreifaltigkeit

Geschichtlicher Hintergrund

Auf christlicher Seite geht die Tradition darauf zurück, dass man der Überlieferung nach, das Grab der Gottesmutter Maria leer, aber nach vielen Kräutern duftend, vorfand.

Auch Kelten und Germanen haben immer schon Mitte August heilkräftige Kräuter gesammelt und gesegnet, oft kommt ein Büschel in den Stall, um Tiere vor Krankheiten zu bewahren.

Der griechischen Göttin Artemis war ursprünglich der 15. August geweiht. Sie wurde besonders in Ephesus verehrt. Maria hat in der Verehrungsgeschichte den Platz der alten Göttin eingenommen.

In den magischen Raunächten (21.12. Wintersonnwende/Thomasnacht bis 06.01. Perchtanacht/Hl. Drei Könige) werden die Kräuter des Kräuterbuschens, mit Weihrauch, vermengt geräuchert!

Typische Kräuter für den Kräuterbuschen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – sind:

Königskerze – sie das Herzstück im Kräuterbuschen, sie steht für Macht und Stärke

Rose – sie steht für die Gottesmutter und Herzenswärme

Johanniskraut – hat eine starke Schutzwirkung, schützt vor Gewitter

Kamille – steht für Wohlstand und Heilung

Salbei – antivirale und entzündungshemmende Wirkung

Beifuß – Die Schwellenpflanze wird bei Geburt oder Tod eines Menschen verräuchert

Labkraut – bringt Glück und Segen, ein Bettstrohkraut für die Wöchnerin

Schafgarbe – hat Schutzwirkung und wirkt stark reinigend

Baldrian – wehrt Übel und Unheil ab, fördert die Intuition

Eisenkraut – macht stark und wirkt magisch

Frauenmantel – der Liebfrauenmantel ist eine der wichtigsten Frauenheilpflanzen

Weitere Kräuter, die gerne Verwendung im Kräuterbuschen finden:

Alant, Wegwarte, Liebstöckel, Karottenblüte, Rainfarn, Goldrute, Rosmarin, Sonnenhut, Dost, Pfefferminze, Thymian,… jede dieser Pflanzen hat eine besondere Wirkung!