Die Wurzeln der Wintersonnwende/unseres Weihnachtsfestes

Bereits Jahrhunderte vor der Ausbreitung des Christentums war das Wintersonnwendfest, als Vorläufer des Weihnachtsfestes, in allen indogermanischen Regionen und auch anderorts verbreitet. Unter verschiedensten Namen wurde die Lichtgottheit verehrt. Die Römer drückten mit ihrem “Sol invictus”, was “unbesiegter Sonnengott” bedeutet, besonders eindrucksvoll ihre Ehrerbietung für das Starke und Kräftige aus. Bei den Germanen und Kelten war dieses Fest unter den Namen “Jul” bzw. “Yule” bekannt, wobei konkret hier in Mitteleuropa der Begriff “Wintersonnenwende” gebräuchlich war.

Für die nordischen Völker hatte die Wiederkehr des Lichts jedoch eine ganz besondere Bedeutung als für Mitteleuropäer. Bereits mit Samhain, der Nacht der Toten beginnt zu Ende Oktober die Dunkle Zeit des Jahres. Bedingt durch das raue, harte Klima und die strengen Winter bedeutete das Ende des Winters nichts anderes als das Überleben der Menschen im hohen Norden zu sichern. Denn die Vorräte gingen langsam zu Ende und ohne Sonnenlicht, lag der Ackerbau und Viehzucht, also die Lebensgrundlage der Nordmänner brach. Der bekannteste römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtete im ersten Jahrhundert nach der Zeitenwende, dass die Germanen die Weihnachtszeit für ein großes Festmahl mit allerlei Spielen nutzen. Die Wiederkehr der Sonne wurde dann mit Julfeuern und brennenden Räder gefeiert, von denen letztere ins Tal gerollt wurden.

Man feierte zur Wintersonnwende die Geburt des Sonnenkindes, des Sonnengottes, die Christen feiern die Geburt ihres Erlösers. Die dunkel werdende Zeit ist endlich überwunden, das Licht nimmt wieder langsam an Kraft zu. Bis Lichtmess ist das Licht schon spürbar heller. Viele Rituale und Traditionen gehören in diese dunkle Zeit. Die „geweihten Nächte“ verheißen das Wissen und die große Umkehr, den Wiederaufstieg des Lichts und die Wiedergeburt des neuen Lebens.

Natürlich lag es für die wachsende kath. Kirche nahe, das der Neugeburt der Sonne gewidmete Fest auch auf ihren Erlöser Jesus Christus zu übertragen. Lichtkind bleibt Lichtkind, egal unter welchem Vorzeichen. So war es für die naturreligiösen Völker leichter, dann neuen Glauben anzunehmen ohne ihren alten Glauben zu verraten. Entstehungsgeschichtlich wurde dann zum ersten Mal im Jahre 325 Weihnachten im christlichen Festverzeichnis erwähnt. Papst Julius, welcher in den Jahren 337 bis 354 die Macht inne hatte, legte den Geburtstag des Zimmermanns dann nicht ganz willkürlich auf den 25. Dezember. Aus biblischen Quellen wird die Geburt Jesu eher im Frühjahr verortet, wo die Hirten mit ihren Herden wieder auf den Feldern weilen!

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